Lee Byung-Hun in einer seiner besten Rollen?

Oft reicht ein einziges Gesicht auf dem Bildschirm, um Erwartungen zu wecken. Bei mir war das so, als Lee Byung-Hun aufgetaucht ist. Ich hab ihn sofort eingeordnet, Schublade auf, wieder zu. Der Mann aus Squid Game, kühl, kontrolliert, ein Symbol. Wenn man bei einem der Trailer auf YT in die Kommenater blickt, sehe ich, ich bin nicht alleine mit diesem Gedanken. „Der Frontman auf Sidequest„. Aber dann sitz ich da und merke langsam, wie mir diese Gewissheit entgleitet.

Hier der Trailer (auf Deutsch), falls wer einen Einblick haben will.

Der Film, um den es geht, heißt No Other Choice und stammt von Park Chan-wook. (Der gleiche Regisseur, der schon Oldboy gemacht hat). Kein leichter Stoff, keine schnelle Befriedigung. Die Geschichte entfaltet sich geduldig, fast stoisch. Ein Mann verliert nach Jahrzehnten seinen Job in der Papierindustrie, etwas, das ihm Identität gegeben hat. Papier wird hier nicht zur Nebensache, sondern zum stillen Zentrum. Das hat mich überrascht, mehr als ich zugeben will.

Je länger der Film dauert, desto enger wird es. Finanzielle Sorgen, familiäre Spannungen, das langsame Abrutschen in Gedanken, die man früher noch als absurd abgetan hätte. Der Humor ist schwarz, manchmal fast grausam, aber nie beliebig. Er wirkt wie ein Spiegel, den man nicht immer anschauen mag.

Was mich wirklich beschäftigt hat, war Lees Spiel. Keine große Gesten, kein übertriebenes Drama. Stattdessen Nuancen. Blicke, Pausen, ein leichtes Zögern. Plötzlich war da nicht mehr der Star, sondern ein Mensch, der sich verliert. Vielleicht ist das eine seiner besten Rollen. Ganz sicher ist es eine, die bleibt.

P.S: Ich war übrigens mir der Einrichtung im Haus von Lee Byung-Hun echt begeistert. Und hab bissi recherchiert und unter anderem auf einfachschoenwohnen.net ähnliche Einrichtungsideen wie die aus dem Film gefunden. Falls wer auch danach sucht. *g

 

Altes Musikvideo von The Shamen zeigt Jason Statham eingeölt und tanzend

Man glaubt oft, schon alles gesehen zu haben. Grad wenn man schon über 40 ist und mit dem Internet aufgewachsen ist. Aber dann stolpert man doch wieder über so einen Moment, der einen kurz innehalten lässt. Bei mir war es ein altes Musikvideo aus den frühen 90ern. Unscharf, schrill, völlig aus der Zeit gefallen. Und mittendrin Jason Statham. Eingeölt. Tanzend. Ernsthaft bei der Sache. No FUCKING way!!!! Danke Reddit, wie GEIL!

Der Song heißt Comin‘ On, die Band dahinter The Shamen. Was mich daran weniger amüsiert hat als erwartet, war dieser Gedanke, denn so sieht also ein Anfang aus. Kein Glamour, kein Plan B, nur ein Job und eine Kamera, die zufällig läuft.

Ich hab mir das Video mehrmals angesehen, nicht aus Spott, sondern aus einer gewissen Ruhe heraus. Diese Phase, bevor jemand weiß, wer er einmal sein wird, kennt man ja selber auch. Man macht Dinge, die später fast fremd wirken.

Vielleicht ist genau das der Reiz. Diese Ehrlichkeit, unbeabsichtigt konserviert auf VHS. Und irgendwie tröstlich, wenn man ehrlich ist.

 

The Day of the Jackal – Eddie Redmayne als eiskalter Auftragskiller

Als ich das erste Mal von der neuen Serie The Day of the Jackal gehört hab, musste ich sofort an meine Jugend denken. Ich hab damals den 1997er Film mit Bruce Willis gesehen – das war ein Erlebnis! Willis war in dieser Rolle als Schakal einfach unfassbar gut. Ein absolut skrupelloser Bösewicht, der das Publikum gleichzeitig faszinierte und erschreckte. Seitdem hab ich immer einen Hang zu solchen Charakteren gehabt – eiskalt, durchdacht, und irgendwie immer einen Schritt voraus.

Jetzt also eine Neuinterpretation. Eddie Redmayne in der Hauptrolle? Da hab ich erstmal die Augenbrauen hochgezogen. Klar, Redmayne ist ein brillanter Schauspieler, keine Frage. Aber kann er diesen gnadenlosen Killer überzeugend spielen? Das ist für mich die große Frage. Was mich aber wirklich anzieht, ist die Idee, die Handlung in die moderne Zeit zu verlagern. Ein Auftragskiller im aktuellen geopolitischen Kontext – klingt eigentlich fast schon zu real. Und dann diese Jagd quer durch Europa mit Bianca, der Geheimdienstoffizierin, die keine Grenzen kennt. Das wird definitiv kein „klassisches“ Katz-und-Maus-Spiel.

Ich werde mir die Serie definitiv anschauen, und zwar gleich zum Start am 7. November. Vielleicht kann Redmayne ja den Bruce-Willis-Fan in mir überraschen. Und mal ehrlich, wann hat man zuletzt eine richtig gute, spannungsgeladene Thriller-Serie gesehen, die einem Gänsehaut macht? Ich hab das Gefühl, The Day of the Jackal könnte genau das liefern.

Und wenn nicht? Naja, dann bleibt zumindest die Nostalgie an Bruce Willis. Aber ich hoffe ja auf mehr.