Lee Byung-Hun in einer seiner besten Rollen?

Oft reicht ein einziges Gesicht auf dem Bildschirm, um Erwartungen zu wecken. Bei mir war das so, als Lee Byung-Hun aufgetaucht ist. Ich hab ihn sofort eingeordnet, Schublade auf, wieder zu. Der Mann aus Squid Game, kühl, kontrolliert, ein Symbol. Wenn man bei einem der Trailer auf YT in die Kommenater blickt, sehe ich, ich bin nicht alleine mit diesem Gedanken. „Der Frontman auf Sidequest„. Aber dann sitz ich da und merke langsam, wie mir diese Gewissheit entgleitet.

Hier der Trailer (auf Deutsch), falls wer einen Einblick haben will.

Der Film, um den es geht, heißt No Other Choice und stammt von Park Chan-wook. (Der gleiche Regisseur, der schon Oldboy gemacht hat). Kein leichter Stoff, keine schnelle Befriedigung. Die Geschichte entfaltet sich geduldig, fast stoisch. Ein Mann verliert nach Jahrzehnten seinen Job in der Papierindustrie, etwas, das ihm Identität gegeben hat. Papier wird hier nicht zur Nebensache, sondern zum stillen Zentrum. Das hat mich überrascht, mehr als ich zugeben will.

Je länger der Film dauert, desto enger wird es. Finanzielle Sorgen, familiäre Spannungen, das langsame Abrutschen in Gedanken, die man früher noch als absurd abgetan hätte. Der Humor ist schwarz, manchmal fast grausam, aber nie beliebig. Er wirkt wie ein Spiegel, den man nicht immer anschauen mag.

Was mich wirklich beschäftigt hat, war Lees Spiel. Keine große Gesten, kein übertriebenes Drama. Stattdessen Nuancen. Blicke, Pausen, ein leichtes Zögern. Plötzlich war da nicht mehr der Star, sondern ein Mensch, der sich verliert. Vielleicht ist das eine seiner besten Rollen. Ganz sicher ist es eine, die bleibt.

P.S: Ich war übrigens mir der Einrichtung im Haus von Lee Byung-Hun echt begeistert. Und hab bissi recherchiert und unter anderem auf einfachschoenwohnen.net ähnliche Einrichtungsideen wie die aus dem Film gefunden. Falls wer auch danach sucht. *g